Mein letzter Eintrag in diesem Blog entstand des Ende des Jahres 2024. Damals ging es um Akzeptanz. Um die Erkenntnis, dass Veränderung erst dann möglich wird, wenn wir aufhören, gegen das zu kämpfen, was ist. Wenn wir anerkennen, was sich zeigt – auch wenn es weh tut.
Dieses Jahr war genau das: ein Jahr des Erkennens.
Schmerzhaft. Traurig. Und leise hoffnungsvoll.
Ein Freund erzählte mir, dass 2025 das Jahr der Schlange ist oder auch ein 9er-Jahr (da 2+0+2+5=9), wie ich später herausfand. Ein Jahr, dass Wandlung bringt, uns von innen formt und eine Phase ist, um Zyklen zu beenden, alte Muster abzulegen und sich auf neue Anfänge vorzubereiten.
Seitdem begleiten mich diese Gedanken. Eine Schlange häutet sich nicht plötzlich. Nicht in einem Moment. Es ist ein Prozess. Langsam. Still. Unaufhaltsam. Und vermutlich schmerzhaft.
Veränderung und Muster ablegen ist genau das.
Es dauert.
Es tut weh.
Es hinterlässt Spuren.
Oft ist es nur für einen selbst sichtbar – fühlbar unter der Haut, im Herz, im Kopf.
Nichts daran geschieht von heute auf morgen.
Und wenn ich zurückblicke erkenne ich, dass ich mich das ganze Jahr über gehäutet habe und sogar noch in den letzten Tagen.
Schicht um Schicht. Manche Schichten habe ich freiwillig abgelegt, andere erst, als sie nicht mehr zu mir passten. Manche habe ich viel zu lange getragen.
Viele waren schwer abzulegen und einige sind noch da.
Ich kann mir denken, dass es für viele Leute seltsam oder esoterisch klingt.
Doch mir gibt es Halt.
Schon als Kind hatte ich dieses Gefühl, dass es mehr gibt als das Sichtbare.
Ich glaube nicht an den christlichen Gott. Aber ich glaube an etwas: Eine Kraft. Das Universum. Schwingungen. Schicksal. Eine innere Ausrichtung. Ich finde keinen eindeutigen Namen dafür.
Aber ich glaube daran.
Und dieser Glaube hilft mir, in dieser Welt zu sein.
Im beruflichen Kontext habe ich erfahren, dass viele meiner Stärken zum Oberbegriff „Transzendenz“ gehören. Transzendenz bedeutet „das Überschreiten von Grenzen“, sei es die der menschlichen Erfahrung, der Sinnlichkeit oder der physischen Welt, hin zu einem höheren, jenseitigen oder übergeordneten Bereich. Es ist die Fähigkeit, sich als Teil von etwas Größerem zu erleben, Sinn zu spüren, auch dort, wo Worte fehlen. Für mich ist das keine Flucht, sondern eine Ressource.
Und heute und nach diesem Jahr glaube ich mehr denn je:
Das Wichtigste im Leben ist es, sich selbst zu kennen. Stärken, Ausrichtung, Wünsche, Gefühle und Dinge, die einen glücklich machen und das Leben danach zu gestalten:
Nach dem, was lebendig macht.
Nach dem, was froh werden lässt.
Unabhängig davon, ob es für andere Sinn ergibt.
Denn Glück entsteht innen und kommt von innen.
Doch wie kommt man dahin, zum inneren Glück?
Ich denke es ist der schwerste Weg von allen.
Für mich hat es mit Zuhören begonnen.
Dem Mut, nach innen zu schauen und die eigene Stimme wahrzunehmen. Die Gefühle wahrzunehmen, sie zu erforschen, mich selbst zu hinterfragen. Alles anzunehmen, egal ob gut oder schlecht, in Freude oder Schmerz.
Mein Verhalten und die Wahrheit vor die Nase gehalten zu bekommen und in mir nachzuforschen wo es herkommt und was es bedeutet.
Der Wald ist mir dabei immer ein Freund gewesen und ist es noch.
Er schenkt mir immer genau das, was ich brauche:
Ruhe. Weite.
Freiheit. Erdung. Freude.
Achtsamkeit. Leise Impulse.
Einen Platz zum Weinen.
Einen Baum zum Anlehnen.
Die Möglichkeit zu Sein.
Und ich danke für dieses Geschenk, dass ich für mich gefunden habe.
Egal, ob du an den Wald glaubst, an etwas Übergeordnetes, an das Jahr der Schlange oder das 9er Jahr– der Jahreswechsel bleibt ein besonderer Moment. Ein Atemzug zwischen dem, was war, und dem, was kommt.
Ein Moment zum Innehalten.
Zum Zurückblicken.
Zum Spüren.
Was war gut?
Was darf gehen?
Was trägt dich?
Wofür bist du dankbar?
Wie auch immer du diesen Übergang gestaltest – tu es bewusst.
Sanft. Ehrlich. Auf deine Weise.
Und geh mit etwas weniger Gewicht weiter.
Ich werde heute meine alten Schlangenhäute symbolisch verbrennen und mit neuem Mut in das neue Jahr blicken.
Ich wünsche dir einen guten Übergang und alles Gute.
Deine Lisa

